(Aus dem Vorwort)

… Dass die vorgestellten Dichterinnen und Dichter nach ihrer Bekehrung bestrebt waren, dem Klang des Evangeliums auch in ihrem Werk eine Stimme zu verleihen, überrascht nicht. Denn das existentielle Angesprochensein von Gott war für sie weder eine Randnotiz noch eine akademisch-philosophische Angelegenheit, über die sich unverbindlich diskutieren ließe, sondern dieses Angesprochensein von Gott war für sie ein zutiefst erschütterndes Ereignis. Was dieses Ereignis für sie jeweils bedeutete – hinsichtlich der Konsequenzen, die sich daraus ergaben –, das wird in diesem Buch dargestellt. Es werden allerdings auch Dichterwege zu Gott aufgezeigt, für die nicht ein bestimmter Ort oder Zeitpunkt ausschlaggebend war, sondern die – von einer gewissen Kontinuität geprägt – durch ein christliches Elternhaus ihren Ausgangspunkt nahmen.

So beschreibt dieses Buch ganz unterschiedliche Weisen der Gottfindung, die Dichterpersönlichkeiten dazu bewog, das Wagnis des Glaubens einzugehen und aus der erfahrenen Kraft und Orientierung dem eigenen Leben eine neue Ausrichtung zu geben. Doch weil es dabei um einen dynamischen, letztlich nicht erklär- und verfügbaren Prozess geht, könnte man die vorstehende Aussage auch umkehren und feststellen, dass sich die in dem Buch porträtierten Autorinnen und Autoren von Gott haben finden lassen und seinem Anruf nicht ausgewichen sind, sondern sich ihm gestellt haben. Was für sie einen Perspektiv- und Paradigmenwechsel zur Folge hatte, verbunden mit der beglückenden Erfahrung, von der Augustinus berichtet, wenn er schreibt: „Ruhelos ist unser Herz, Herr, bis es ruht in dir“. – Wie wechselvoll Lebenswege allerdings auch verlaufen können, zeigt das Beispiel Reinhold Schneider …

Matthias Hilbert